Unser Lernhauskonzept als Ort des Lernens
Ein Lernhaus ist ein Cluster in der großen Schule. Spezielle Jahrgänge sind immer einem konkreten Lernhaus zugeordnet, wo die dort verorteten Lernenden sich vorrangig aufhalten.
Im Gegensatz zur klassischen Schule sind innerhalb unserer Lernhäuser die Lernorte Funktionen zugeordnet. So gibt es:
Marktplätze, wo wir in Partner- oder Gruppenarbeit lernen.
Einzelateliers, wo wir an einzelnen Arbeitsplätzen still lernen. Dies sind unsere absoluten Flüsterzonen.
Inputräume, wo wir Einführungen in ein neues Thema durchführen oder wichtige Zwischenschritte erklären.
Darüber hinaus legen wir großen Wert auf gesunde Lernpositionen. Das heißt die Lernenden dürfen selbstständig entscheiden, welche Position ihnen gerade guttut. Lernen findet bei uns über das Sitzen hinaus auch im Liegen oder im Gehen statt. Von der klassischen „Sitzschule“ haben wir uns liebevoll verabschiedet.
Weitere Besonderheiten:
In den Marktplätzen oder Inputräumen hat jedes Kind ein persönliches Fach, in dem es die Hefter, die Federmappe und das Lerntagebuch aufbewahrt. Lernmaterialien werden nicht mit nach Hause genommen, sondern verbleiben in der Schule. Der ehemals schwere Schulranzen wird somit durch einen kleinen Rucksack ersetzt, der in den Spinden bleibt.
Lernhauskonzept als Lernmethode
Als staatliche Schule arbeiten wir mit den geltenden Lehrplänen des Freistaates Sachsen. Die Umsetzung unterscheidet sich jedoch vom klassisch Bekannten.
In enger Kooperation mit der Universität Leipzig und als Teil eines bundesweiten Netzwerkes von Deutschen Preisträgerschulen konzipieren wir den „Lernstoff“ visualisiert als Lernhäuser in sogenannten Differenzierungsmatrizen. Dabei beginnen die Lernenden mit dem Basisniveau (dem Erdgeschoss) und hangeln sich von Etage über Etage zu einem Erweitertenniveau bis hin zum Profiniveau vor. Das Dachgeschoss dient der Lernzielorientierung. Der Lernstoff an sich ist digital gestützt konzipiert. Das heißt, das traditionelle Lehrbuch beziehen wir ebenso ein wie digitale Lernformate.
Auf vielen Ebenen ist der Mehrwert unseres methodischen Lernsettings sichtbar:
Die Lernenden haben eine visuelle Orientierung, wo sie gerade im Lernstoff stehen und die Eltern können mittels begleiteter Dokumentation den Lernerfolg ihres Kindes einsehen. Des Weiteren bieten wir ein exzellentes Qualitätsmanagement, welches mit einer Modifizierung der Arbeitsstrukturen unserer Lerncoaches einhergeht. Unser Prinzip lautet: „Weg vom Einzelkämpfer und personelle Entlastung im Verlauf eines Schuljahres.“
Was heißt das im Alltag?
Unsere Lernhäuser werden zunächst im Co-Working-Prinzip erstellt. Personelle Ressourcen werden somit gewinnbringender genutzt- wir agieren transparent und einheitlich. Und noch viel besser: spontane Vertretungsstunden müssen nicht mehr konzipiert werden. Unsere Lerncoaches erfahren damit eine Entlastung im Alltag und die Lernenden können einfach an ihren Lernhäusern weiterarbeiten.
Darüber hinaus erfolgt das formelle Lernen ausschließlich in der Schule, das heißt alle Lernmaterialien verbleiben im Lernhaus. Wunderbarer Nebeneffekt – es bedarf keiner schweren Ranzen. Dies führt zu einer Leichtigkeit in vielerlei Hinsicht.
Die Konzeption der Lernhausmethode erfolgt in Kooperation mit Fachdidaktiken der Universität Leipzig – ein gewinnbringender Support im Schulalltag.